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Parodontitis – eine Volkskrankheit

NEU:   Parodontitis – Behandlung ist ohne Spritze möglich!!!

Parodontitis? Was ist das?

Parodontitis ist die entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates. Zum Zahnhalteapparat gehören das Zahnfleisch, der Knochen und Fasern, die den Zahn im Knochen verankern. Parodontitis bildet sich meist langsam über viele Jahre aus. Es gibt viele verschiedene Faktoren, die gemeinsam zum Krankheitsbild führen:

bakterielle Belastung der Mundhöhle (Menge und Art der Bakterien; es gibt verschiedene Arten von Bakterien, die unterschiedliche Krankheitsverläufe verursachen); Ernährungsgewohnheiten; die Zahnform incl. Wurzelgestaltung, die  Zahnstellung; evtl. vorhandener Zahnersatz (Brücken, Kronen, herausnehmbare Prothesen); Rauchen (verengt auch in der Mundhöhle die Kapillargefäße und verschlechtert dort die Abwehrlage gegen Bakterien); die individuelle Anzahl und Aktivität der Abwehrzellen, die von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ist.

In der Regel beginnt eine Parodontitis mit einer Gingivitis, d.h. einer Zahnfleischentzündung. Diese ist normalerweise noch heilbar.

Erste Anzeichen einer Gingivitis sind:

–          Blutung des Zahnfleisches beim Putzen oder Essen

–          dunklere Färbung (nicht mehr hellrosa/bläulich)

–          Schwellung (das Zahnfleisch sieht aufgequollen aus und liegt nicht

–          mehr straff am Zahn an)

–          Mundgeruch

Diese Symptome lassen sich durch eine verbesserte systematische Mundhygiene wieder beseitigen. Sind jedoch Keime bereits tiefer in das Zahnfleisch eingedrungen, in den Bereich der Fasern und des Knochens, reicht verbesserte häusliche Mundhygiene nicht mehr aus. Dann hat sich bereits eine so genannte „TASCHE”gebildet. Die Gingivitis( also das sichtbare obere Zahnfleisch) heilt wieder aus, aber in der Tiefe der Tasche arbeiten sich die Bakterien weiter vor und besiedeln die Zahnwurzel und den Spalt zwischen Zahn und Knochen. Der Knochen versucht, sich vor den Bakterien und ihren Stoffwechselprodukten zu schützen und zieht sich zurück. Das Ergebnis: die Tasche wird tiefer, die Bakterien dringen weiter vor, der Knochengeht weiter zurück…. Am Ende wird der betroffene Zahn locker. Im schlimmsten Fall fällt der Zahn aus.

Um auch bei klinisch gesundem Zahnfleisch eine eventuell bestehende Parodontitis festzustellen, muss man bei jeder Kontrolluntersuchung die Taschen um die Zähne herum messen. Gesundes Zahnfleisch hat eine Tiefe von 1mm bis max. 2 mm. Bei 3 mm liegt meist schon eine Gingivitis vor. Bei einer Tiefe von mehr als 3 ,5 mm liegt eine oberflächliche Parodontitis vor, bei mehr als 5 mm eine tiefe Parodontitis. Bei einer 6 mm tiefen Tasche fehlen etwa 5 mm Knochen! Wenn man davon ausgeht, dass die meisten Zahnwurzeln nicht länger als 15 mm lang sind, hat man dann einen Verlust von 1/3 des gesamten Halts.

Bei bis zu 3,5 mm tiefen Taschen sollte eine professionelle Zahnreinigung erfolgen, bei der die beginnenden Taschen gründlich gesäubert werden und alle Hilfsmittel erklärt werden, damit zuhause eine perfekte Mundhygiene möglich ist. Die professionelle Zahnreinigung sollte man regelmäßig, d.h. mind. einmal, besser zweimal im Jahr durchführen lassen.

Bei tieferen Taschen ist eine systematische Parodontitisbehandlung notwendig. Auch diese beginnt am Besten mit einer professionellen Zahnreinigung. Dann erfolgt eine so genannte Mundhygienekontrolle. Der Erfolg der Behandlung hängt  nämlich in erheblichem Maße von der Mitarbeit des Patienten ab. Daran knüpft auch die gesetzliche  Krankenkasse die Kostenübernahme. Entscheidend ist, ob der Patient seine Zähne perfekt sauber hält. Ist das der Fall, wird ein Heil- und Kostenplan für die Krankenkasse erstellt.

Die eigentliche Behandlung erfolgt in 1-2 Sitzungen( am besten innerhalb von 24 Std.) unter örtlicher Betäubung. Mit speziellen Ultraschallinstrumenten werden die Taschen vorgereinigt und danach mit feinen Handinstrumenten nachgearbeitet, damit man sicher ist, dass alle Konkremente (harte Ablagerungen) und bakterielle Beläge entfernt werden. Je nach Schweregrad der Parodontitis gibt es noch Sondermöglichkeiten der Behandlung, über die im speziellen Fall dann aufgeklärt wird. In der Regel wird seitenweise erst dierechte Seite, dann die linke Seite (oder umgekehrt) behandelt. Nach der Behandlung sollte die normale Mundpflege sobald wie möglich wieder aufgenommen werden. Normalerweise ist das auch spätestens 24 Std. nach der Behandlung incl. Zwischenraumbürste/ Zahnseide möglich. Es erfolgen je nach Notwendigkeit Kontrollen der Behandlung in erst kurzen, dann individuell verlängerten Abständen.

Ganz wichtig zu wissen: Parodontitis ist nicht vollständig heilbar.

Bei der Behandlung werden zwar die Bakterien und ihre Stoffwechselprodukte aus den Taschen  entfernt, aber die Bedingungen in der Mundhöhle bleiben ja gleich. Also muss weiterhin eine konsequente häusliche Mundhygiene betrieben werden, möglichst nicht oder nur wenig geraucht werden und bei der Ernährung auf viel frisches Obst und Gemüse geachtet werden. Im ersten Jahr nach der Behandlung sollten 4 Kontrolluntersuchungen alle 3 Monate stattfinden, idealerweise kombiniert mit zwei professionellen Zahnreinigungen und zwei Zahnsteinentfernungen im Wechsel. Je nach Verlauf werden dann die Intervalle zwischen den Kontrollen individuell verlängert oder verkürzt. Meist ist eine einzige Parodontitisbehandlung im Leben nicht ausreichend. Erfahrungsgemäß müssen die Behandlungen wiederholt werden,  möglicherweise nicht an allen Zähnen, sondern nur an einzelnen. Das kommt auf die individuellen Verhältnisse in der Mundhöhle an. Um die Behandlungsintervalle möglichst lang zu halten, ist das A und O die persönliche Pflege, regelmäßige Kontrollen (mind. 2 x im Jahr) und Unterstützung durch unsere professionellen Zahnreinigungen.

Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass Sie Ihre Zähne möglichst ein Leben lang behalten.